|
Wolkenatlas
Wolkenfamilien und Wolkengattungen
In der Meteorologie unterscheidet
man zwischen 4 Wolkenfamilien, die in unterschiedlichen Höhen
der Troposphäre vorkommen: Hohe Wolken (in Höhen von 5-13 km),
mittelhohe Wolken (2-7 km), tiefe Wolken (0-2 km) und Wolken mit
großer vertikaler Erstreckung (0-13 km).
Diese Wolkenfamilien werden
wiederum in insgesamt 10 Wolkengattungen, die in unterschiedlichen Höhen der Troposphäre
vorkommen, unterteilt. In folgender Tabelle sind die Wolkengattungen und sonstige
Wolkenbilder/Erscheinungen aufgelistet.
|
Wolkenfamilie: Hohe Wolken in
Höhen von 5-13 km |
|
Name |
Abk. |
Beispiel |
Bedeutung |
|
Cirrus |
Ci |
 |
Isolierte Wolken in Form
weißer, zarter Fäden oder weißer bzw. überwiegend weißer Flecken oder
schmaler Bänder. Diese Wolken zeigen ein faseriges (haarähnliches)
Aussehen oder einen seidigen Schimmer oder beides.
|
|
Cirrostratus |
Cs |
 |
Durchscheinender, weißlicher Wolkenschleier von faserigem (haarähnlichem)
oder glattem Aussehen, der den Himmel ganz oder teilweise bedeckt und im
allgemeinen Halo-Erscheinungen hervorruft.
|
|
Cirrocumulus |
Cc |
 |
Dünne, weiße Flecken, Felder oder Schichten von
Wolken ohne Eigenschatten, die aus sehr kleinen,
körnig, gerippelt o.ä. aussehenden, miteinander
verwachsenen oder isolierten Wolkenteilen
bestehen und mehr oder weniger regelmäßig
angeordnet sind. Die meisten Wolkenteile haben
eine scheinbare Breite von weniger als 1 Grad
(dies entspricht etwa der scheinbaren Breite des
kleinen Fingers bei ausgestrecktem Arm).
|
|
Wolkenfamilie: Mittelhohe
Wolken in Höhen von 2-7 km |
|
Name |
Abk. |
Beispiel |
Bedeutung |
|
Altocumulus |
Ac |
 |
Weiße und/oder graue Flecken, Felder oder
Schichten von Wolken, im allgemeinen mit
Eigenschatten, aus schuppenartigen Teilen,
Ballen, Walzen usw. bestehend, die manchmal
teilweise faserig oder diffus aussehen und
zusammengewachsen sein können. Die meisten der
regelmäßig angeordneten Wolkenteile haben
gewöhnlich eine scheinbare Breite von 1 Grad
(dies entspricht etwa der scheinbaren Breite des
kleinen Fingers bei ausgestrecktem Arm) bis 5
Grad (dies entspricht etwa der scheinbaren
Breite von drei Fingern bei ausgestrecktem Arm).
|
|
Altostratus |
As |
 |
Graue oder bläuliche Wolkenfelder oder
-schichten von streifigem, faserigem oder einförmigem Aussehen, die den
Himmel ganz oder teilweise bedecken und stellenweise gerade so dünn sind,
dass die Sonne wenigstens schwach wie durch Mattglas zu erkennen ist. Bei
Altostratus treten keine Halo-Erscheinungen auf.
|
|
Wolkenfamilie: Tiefe Wolken in
Höhen von 0-2 km |
|
Name |
Abk. |
Beispiel |
Bedeutung |
|
Stratocumulus |
Sc |
 |
Graue und/oder weißliche Flecken, Felder oder
Schichten von Wolken, die fast stets dunkle
Stellen aufweisen, aus mosaikartigen Schollen
sowie aus Ballen, Walzen usw. bestehen, die
(ausgenommen bei Virga-Bildung) von
nicht-faseriger Struktur sind und
zusammengewachsen sein können. Die meisten der
regelmäßig angeordneten kleineren Wolkenteile
haben eine scheinbare Breite von mehr als 5 Grad
(dies entspricht etwa der scheinbaren Breite von
drei Fingern bei ausgestrecktem Arm).
|
|
Stratus |
St |
 |
Eine durchgehend graue Wolkenschicht mit
ziemlich einförmiger Untergrenze, aus der
Sprühregen, Eisprismen oder Schneegriesel fallen
können. Ist die Sonne durch die Wolken hindurch
sichtbar, so sind ihre Umrisse klar zu erkennen.
Halo-Erscheinungen können bei Stratus nur bei
sehr niedrigen Temperaturen auftreten. Manchmal
kommt Stratus in Form zerfetzter Schwaden vor.
|
|
Wolkenfamilie: Wolken mit
großer vertikaler Erstreckung in Höhen von 0-13
km |
|
Name |
Abk. |
Beispiel |
Bedeutung |
|
Cumulus |
Cu |
 |
Isolierte, durchweg dichte und scharf abgegrenzte Wolken, die sich in der
Vertikalen in Form von Hügeln, Kuppeln oder Türmen entwickeln, deren
aufquellende obere Teile oft wie ein Blumenkohl aussehen. Die von der Sonne
beschienenen Teile dieser Wolken sind meist leuchtend weiß. Ihre Untergrenze
ist verhältnismäßig dunkel und verläuft fast horizontal. Manchmal sind die
Cumulus-Wolken zerfetzt.
|
|
Cumulonimbus |
Cb |
 |
Eine massige und dichte Wolke von beträchtlicher
vertikaler Ausdehnung in Form eines hohen Berges
oder mächtigen Turmes. Zumindest teilweise weist
der obere Wolkenabschnitt glatte Formen auf oder
ist faserig oder streifig und fast stets
abgeflacht. Dieser Teil breitet sich vielfach
ambossförmig oder wie ein großer Federbusch aus.
Unterhalb der häufig sehr dunklen
Wolkenuntergrenze befinden sich oft niedrige,
zerfetzte Wolken, die mit der Hauptwolke
zusammengewachsen sein können. Der Niederschlag
fällt manchmal in Virga-Form.
|
|
Nimbostratus |
Ns |
 |
Graue, häufig dunkle Wolkenschicht, die bei mehr
oder weniger anhaltenden, meist den Erdboden
erreichenden Regen- oder Schneefall diffus
erscheint. Die Schicht ist so dicht, dass die
Sonne unsichtbar wird. Unterhalb dieser Schicht
treten häufig niedrige, zerfetzte Wolken auf,
die mit ihr zusammenwachsen können. |
Weitere Wolkenbilder und
sonstige Erscheinungen:
|
Sonstige
Wolkenbilder und Erscheinungen |
|
Name |
Beispiel |
Bedeutung |
|
Sonstige Wolkenfotos |
 |
Diese Fotos werden nicht einzelnen
Wolkengattungen zugeordnet, weil sie z.B. einen chaotischen Himmel mit
vielen unterschiedlichen Wolkentypen oder uneindeutige Fotos zeigen. |
|
sonstige Erscheinungen |
 |
Erscheinungen, die in keine anderen
Klassifizierungen passen. |

Wolkenarten, -unterarten und
-sonderformen
Zu jeder Wolkengattung gibt es bestimmte
Arten, Unterarten und Sonderformen, die das Aussehen der Wolkengattungen
näher beschreiben sollen. Durch Klicken auf die Namen gelangen
Sie zu weiteren Informationen und den Bildern der Wolken, die dieser Art, Unterart oder
Sonderform zugeordnet sind.
|
Wolkenarten |
|
Name |
Abk. |
Bedeutung |
Wolkengattungen |
|
calvus |
cal |
kahl, glatt |
Cb |
|
capillatus |
cap |
behaart,
ausgefranst, faserig |
Cb |
|
castellanus |
cas |
türmchenförmig |
Ci, Cc, Ac, Sc |
|
congestus |
con |
mächtig,
aufgetürmt |
Cu |
|
fibratus |
fib |
faserig |
Ci, Cs |
|
floccus |
flo |
flockig, bauschig |
Ci, Cc, Ac |
|
fractus |
fra |
zerrissen |
St, Cu |
|
humilis |
hum |
niedrig |
Cu |
|
lenticularis |
len |
linsenförmig,
mandelförmig |
Cc, Ac, Sc |
|
mediocris |
med |
mittelmäßig |
Cu |
|
nebulosus |
neb |
nebel-,
schleierartig |
Cs, St |
|
spissatus |
spi |
dicht |
Ci |
|
stratiformis |
str |
schichtförmig |
Cc, Ac, Sc |
|
uncinus |
unc |
haken-,
kommaförmig |
Ci |
|
Wolkenunterarten |
|
Name |
Abk. |
Bedeutung |
Wolkengattungen |
|
duplicatus |
du |
doppel- und
mehrschichtig |
Ci, Cs, Ac, As, Sc |
|
intortus |
in |
verflochten |
Ci |
|
lacunosus |
la |
durchlöchert
(runde ausgefranste Löcher) |
Cc, Ac, selten Sc |
|
opacus |
op |
nicht
durchscheinend, dunkel |
Ac, As, Sc, St |
|
perlucidus |
pe |
durchsichtig
(durch kleine Lücken) |
Ac, Sc |
|
radiatus |
ra |
strahlenförmig,
parallele Bänder und Streifen |
Ci, Ac, As, Sc, Cu |
|
translucidus |
tr |
durchscheinend |
Ac, As, Sc, St |
|
undulatus |
un |
wellen-,
wogenförmig |
Cc, Cs, Ac, As, Sc,
St |
|
vertebratus |
ve |
skelettartig,
grätenförmig |
Ci |
|
Sonderformen und
Begleitwolken |
|
Name |
Abk. |
Bedeutung |
Wolkengattungen |
|
arcus |
arc |
mit Böenkragen |
Cb, selten Cu |
|
incus |
inc |
mit Amboss |
Cb |
|
mamma |
mam |
mit
beutelförmigen, warzenartigen Auswüchsen an der
Untergrenze |
Ci, Cc, Ac, As,
Sc, Cb |
|
pannus |
pan |
mit Fetzen
(Schlechtwetterfetzen) |
As, Ns, Cu, Cb |
|
pileus |
pil |
mit Kappe |
Cu, Cb |
|
praecipitatio |
pra |
mit Niederschlag |
As, Ns, Sc, St,
Cu, Cb |
|
tuba |
tub |
mit Wolkenschlauch
(Trombe) |
Cb, selten Cu |
|
velum |
vel |
mit Schleier |
Cu, Cb |
|
virga |
vir |
mit Fallstreifen |
Cc, Ac, As, Ns,
Sc, Cu, Cb |
Zusätzlich kann man die Entwicklung einer
Wolkengattung aus einer anderen Wolkengattung beschreiben. Ist eine neue
Wolkengattung entstanden, fügt man deren Namen die Bezeichnung der
Mutterwolke mit einem angehängten "genitus" hinzu. Entsteht also ein
Cumulonimbus aus einem Cumulus, bezeichnet man diese Wolke mit Cumulonimbus
cumulogenitus (Cb cugen).
Ist die neue Wolkengattung noch
nicht entstanden, aber zeichnet sich eine Entwicklung dahin ab,
fügt man der aktuellen Wolkengattung die Bezeichnung der
entstehenden Wolkengattung mit angehängtem "mutatus" hinzu.
Zeichnet sich also eine Entwicklung eines Stratus zu einem
Stratocumulus ab, beschreibt man dies mit Stratus
stratocumulomutatus (St scmut).
|